Operative Projekte
Das Künstlerhaus Dresden

Künstlerhaus Dresden

Seit 2024 gehört das Künstlerhaus zur Bürgerstiftung Dresden. Das traditionsreiche Haus in Loschwitz wird als Atelierhaus für bildende Künstler*innen weitergeführt und als operatives Förderprojekt aktiv begleitet.

Bildnachweis: © Albrecht Voß / Stadtarchiv Dresden

Anfang 2024 ging das Künstlerhaus in Loschwitz aus den Händen der vormaligen Eigentümer, den Geschwistern Anne Claußnitzer und Martin Steude, in die Bürgerstiftung Dresden über. Ihre Familie besaß das Haus in vierter Generation. Sie hatten schwierige Jahre nach der Rückübertragung zu meistern, mussten den Renovierungsstau und die Folgen eines unglücklichen Brandes beseitigen. Sie fühlten sich dem Erbe ihrer Vorfahren verpflichtet.

Martin Steude stellte in der Stifterversammlung eindrucksvoll das Engagement in seiner 30jährigen Verwalter-Ära vor und Anne Claußnitzer brachte den Gästen auf dem Jubiläums-Sommerfest der Bürgerstiftung im September 2024 das Leben ihres Urgroßvaters, des Architekten und Erbauers des Künstlerhauses, Martin Pietzsch, eindrucksvoll nahe.

Für die Stiftung war das Angebot, das Künstlerhaus übernehmen zu können, ein glücklicher Umstand. Wir konnten den ersten Schritt unseres strategischen Ziels gehen, durch die Reduzierung der Anlagen am Kapitalmarkt, die Sicherheit unserer Vermögensanlagen durch Diversifizierung zu erhöhen. Dazu kommt: Ein Teil des Vermögens kann nun direkt einen wichtigen Auftrag unserer Satzung, die Kulturförderung – hier die Bereitstellung günstiger Räume für bildende Künstler – erfüllen. Einher ging eine Entscheidung des Vorstands, das Haus, in dem sich in den Ateliers ein Generationenwechsel abzeichnet, der weiteren Nutzung als Atelierhaus für bildende Künstler preisgünstig zur Miete anzubieten.

Die Bürgerstiftung fühlt sich dem Erbauer Martin Pietzsch verpflichtet, der das Haus als 28jähriger für seine gleichaltrigen Künstlerfreunde erbaut hat. Für fünf Jahre ist geplant, das Haus als Förderprojekt der Bürgerstiftung zu behandeln. D.h. Mitarbeiter des Teams und nicht alleine die Hausverwaltung engagieren sich operativ im Projekt.

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Das Jahr 2024 hat viel Neues gebracht

Seit Juni 2024 wohnt und arbeitet der Berliner Maler Gustav Sonntag im früheren Atelier von Thomas Reichstein und Dipa Doreen Wolff. Das ehemalige Atelier Hermann Glöckners konnte während der Kinderbiennale ‚Planet Utopia‘ der Staatlichen Kunstsammlung von der Künstlerfamilie Aquilizan aus Australien bewohnt werden, ausgestattet und möbliert mit Möbeln der Dresdner Sammlerin Susanne Luderer. Das Team der Bürgerstiftung hat für einen Tag Tastatur und Telefon gegen Gartenwerkzeuge und Umzugskartons getauscht und das Atelier in eine Wohnung auf Zeit verwandelt. Dank geht an die Chemnitzer Künstlerin Lydia Thomas, die den Raum mit ihren großflächigen Arbeiten bebildert hat.

George Nuru kuratierte aus der früheren Wohnung von Sofía Montaño heraus sein Projekt ‚Bottled Ocean‘ im Japanischen Palais.

Der erste Stipendiat der Arras-Stiftung im Künstlerhaus, Michael Tauschke, konnte in eine zum Atelier umgebaute Wohnung für eine Arbeitsphase von acht Monaten einziehen. Den Abschluss bildete eine sehr gut besuchte Vernissage.

Besonderer Dank geht hier an Stefan und Elisabeth Arras, die das Wohn-Stipendium aus Mitteln der Arras-Stiftung ins Leben gerufen haben. Es wird künftig jährlich an einen Absolventen der Hochschule vergeben.