Bildnachweis: © Konrad Hirsch
Literaturpreis Hommage à la France der Stiftung Brigitte Schubert-Oustry und Bürgerstiftung Dresden trauern um Stifterin Brigitte Schubert-Oustry.
Die Musikerin, Schriftstellerin und Journalistin Brigitte Schubert-Oustry kam am 1. November 1935 in Dresden zur Welt und verstarb ebendort am 25. Februar 2026 im Alter von 90 Jahren.
Brigitte Schubert-Oustry, die den Bombenangriff auf Dresden erlebte, absolvierte zunächst ein Musikstudium als Pianistin an der Hochschule für Musik Berlin (West), bevor sie dann als freiberufliche Autorin, Journalistin und Reporterin für deutsche Rundfunkanstalten und Tageszeitungen arbeitete. 1965 heiratete sie den französischen Germanisten Léon Oustry und übersiedelte nach Frankreich, wo sie über dreißig Jahre als Pariser Auslandskorrespondentin für deutschsprachige Rundfunkanstalten tätig war. 1968 kam Tochter Emmanuelle Oustry in Paris zur Welt.
Nach der Wiedervereinigung engagierte sich Brigitte Schubert-Oustry als Vizepräsidentin der „Association Frauenkirche Paris“ für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche und knüpfte somit wieder an ihre Geburtsstadt an.
2013 folgte die Gründung der Stiftung Brigitte Schubert-Oustry für den Literaturpreis Hommage à la France: Zwischen 2013 und 2021 würdigte die Stiftung jährlich unter dem Dach der Bürgerstiftung Dresden und unter der Schirmherrschaft des Institut français Dresden deutsch- oder französischsprachige Autor*innen, die mit ihrem Werk besonders zur Kenntnis des Nachbarlandes Frankreich beigetragen haben. Zu den Preisträger*innen zählen u.a. der Journalist Ulrich Wickert, der Historiker Wilfried Loth und die Schriftstellerin Pascale Hughes.
2018 ehrte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron Brigitte Schubert-Oustry für ihr Engagement. In einem persönlichen Brief aus dem Élysée-Palast würdigte er ihre Verdienste um die deutsch-französischen Beziehungen, insbesondere durch die Stiftung des Literaturpreises Hommage à la France. Als Anerkennung für ihr Lebenswerk, das die Förderung des Austauschs zwischen Deutschland und Frankreich umfasst, wurde ihr am 28. Februar 2020 in Dresden der französische Verdienstorden „Chevalier de l’Ordre national du Mérite“ durch die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes verliehen. Brigitte Schubert-Oustry erhielt die Auszeichnung für 30 Jahre journalistische Auslandsberichterstattung über Frankreich sowie für die Stiftung des Literaturpreises in Dresden Hommage à la France als Beitrag zu einer besseren deutsch-französischen Verständigung.
Als Autorin schrieb Brigitte Schubert-Oustry Lyrik, Prosa, Märchen und Hörspiele. 2015 veröffentlichte sie ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel: „Achtung Aufnahme. Band läuft. Eine Journalistin erinnert sich“. 2023 erschien der Band „Balkon mit Aussicht. Skizzen aus dem Pariser Alltag“. Für Ihren deutsch-französischen Gedichtband „Das Gedächtnis der Dinge / La mémoire des choses“ erhielt sie 2010 den Nikolaus Lenau-Preis für Lyrik.
Das Foto zeigt (von links nach rechts): Agnès Masson, Brigitte Schubert-Oustry und Odile Vassas bei der Verleihung des französische Verdienstorden „Chevalier de l’Ordre national du Mérite“ am 28. Februar 2020 in Dresden. Agnès Masson und Odile Vassas werden die operative Tätigkeit der Stiftung Literaturpreis Brigitte Schubert-Oustry im Sinne der Stifterin weiterführen.