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Neue Ausstellung zum Saisonauftakt 2026 im DenkRaum Sophienkirche

Bildnachweis: © Peter Zuber

Am Ostermontag, 6. April 2026, wurde im DenkRaum Sophienkirche die Ausstellung DU – SAGEN eröffnet, die Werke der jüdischen Künstlerin Marion Kahnemann zeigt. Die Ausstellung findet im Rahmen von „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“ statt. Sie wird von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden gemeinsam mit der Bürgerstiftung Dresden veranstaltet und durch die Kulturstiftung des Freistaats Sachsen gefördert.

Bei der Vernissage hielt Christine Gruler vom Künstlerbund Dresden e. V. die Laudatio, während Hilde Brun den Abend musikalisch begleitete. Noch bis zum 18. Mai 2026 wird die Ausstellung im DenkRaum Sophienkirche gezeigt. Der Eintritt ist frei. Ab 4. April 2026 hat der DenkRaum montags und dienstags von 10 bis 14 Uhr sowie donnerstags, freitags, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Ausstellung

Der Titel der Ausstellung DU – SAGEN ergibt sich unte anderem aus der Beschäftigung mit Martin Bubers philosophischem Konzept vom „Dialogischen Prinzip“, welches besonders in seinem Buch „Ich und Du“ Niederschlag gefunden hat.

Marion Kahnemann arbeitet zum größten Teil mit Fundstücken, die von Menschen gemacht und von deren Gebrauch geprägt sind – jedes mit seiner eigenen Geschichte, weggeworfen von Menschen. Dabei geht es ihr darum, diesen Objekten ihren menschlichen Kontext zurückzugeben – auch, wenn es nun ein anderer ist. Daneben erkundet die Künstlerin die Möglichkeiten der Interaktion von Textlichem und Visuellem. Der Umgang mit Texten ist Teil eines längeren Prozesses, in welchem sie das Gefundene zueinander in Beziehung setzt. Das Gefundene kann Objekte, Materialien, Texte, Geschichten, Erfahrungen, Begegnungen, „Vergegnungen“ (Buber) oder auch nur einfache Entdeckungen während des Schaffens umfassen. Daraus ergibt sich eine Art Dia-, Tria- oder Tetralog – quasi ein Gespräch zwischen den verschiedenen Materialien, den Farben, Formen, Texten, Subtexten, ihr selbst, dem Betrachter usw. Dabei geht es keineswegs um eine Illustration der Texte!

Neben biblischen und rabbinischen Texten rückten in den letzten Jahren zunehmend die Lyrik und Prosa von Else Lasker-Schüler, Rose Ausländer, Yehuda Amichai und Peter Weiss ins Zentrum ihrer künstlerischen Auseinandersetzung.

In der Ausstellung geht es um eine Auswahl von Arbeiten zu obengenannten Autor:innen. Bei allen handelt es sich um jüdische Flüchtlinge aus Deutschland, die sich in einer fremden Sprache und Umgebung zurechtfinden mussten und darin doch fremd blieben, außer vielleicht Yehuda Amichai, der zu einem der bedeutendsten hebräischen Lyriker avancierte.

In den gezeigten Arbeiten verbinden sich deren Texte mit Kahnemanns bildnerischen Ausdrucksmöglichkeiten zu einer kompositorischen Einheit. Teile dieser Arbeiten waren bereits in Ausstellungen in Dresden und Stockholm zu sehen.

Die Künstlerin

Marion Kahnemann lebt und arbeitet in Dresden, wo sie an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden studierte und 1993 den Kunstförderpreis der Landeshauptstadt Dresden erhielt. Sie nahm an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil, u.a. in Dresden, Berlin, Sofia, Erfurt, Suhl, Chemnitz, St. Petersburg, Wroclaw, Herzliya, Kiew, Basel, Uppsala, Stockholm, Oakland/Kalifornien und in Madison/Wisconsin.

2000-2001 studierte Marion Kahnemann in Paideia, dem Europäischen Institut für Jüdische Studien in Stockholm. Dieses Jahr war sehr anregend für ihr weiteres künstlerisches Schaffen. Mehrere ihrer Arbeiten wurden im öffentlichen Raum aufgestellt. 1998 baute sie einen Brunnen im Elsa-Fenske-Seniorenheim in Dresden. Im Jahr 2000 schuf sie eine Wandinstallation in einer Behinderteneinrichtung in Herzliya/Israel und 2002 in Paideia in Stockholm. 2001 entwarf sie ein Denkmal für die Deportationen der Dresdner Juden am Neustädter Bahnhof in Dresden und 2007-2009 „Drei Denkorte“, die sich mit der systematischen schrittweisen Ausgrenzung der Juden ab den 30-iger Jahren des 20. Jahrhunderts in Dresden auseinandersetzen.

Der DenkRaum Sophienkirche

Die Bürgerstiftung Dresden betreibt den DenkRaum Sophienkirche seit seiner Eröffnung im Oktober 2020. Der Gedenk- und Begegnungsort inmitten der Stadt wird in besonderer Weise durch ehrenamtliches Engagement getragen.

Ausführliche Informationen zum DenkRaum Sophienkirche erhalten Sie unter: www.denkraum-sophienkirche.de

 

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